Troubleshooting Röhrenverstärker

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    • Troubleshooting Röhrenverstärker

      Ich habe einen Röhrenamp gebaut, alles schick und funktioniert. Aber.

      Bei Erreichen eines bestimmten Pegels fängt das Dingen an, zu schwingen, also die Ausgänge sind gemeint. Ich hab's mit 440Hz ausgeprüft und bei ca. 7Vss fängt's an.

      Die Schwingungen sind niederfrequent, nicht gemessen, aber gefühlt unter 50Hz.Die Hysterese ist relativ groß, ich muss ziemlich weit herunterdrehen, dann fängt er sich wieder, bei Erhöhung des Pegels geht's von vorn los. Lautsprecher sind egal, ich habe es mit JBL control one und alten Autoboxen probiert, kein Unterschied. Lastwiderstand statt LS ebenfalls das gleiche Verhalten.

      Jemand eine Idee?
      Achim
    • So, um das Ganze mal aufzulösen: Kaum macht man's richtig, schon funktioniert's.

      Ich habe nicht wirklich eine Sz vom Hersteller bekommen, aber ich habe den Bausatz mal so zusammengelötet, wie von ihm vorgesehen. Vorher hatte ich von der Hauptplatine einen Kabelbaum zur Röhrenhalterung gemacht. Das war nämlich alles irgendwie zu groß für mein Gehäusekonzept, (sonst hätte ich mir das nicht angetan) also habe ich die Röhren schön kompakt waagrecht montiert. Aber offenbar haben die paar cm Kabelbaum ausgereicht, das Ganze in die beschriebenen Schwingungen zu versetzen.

      Nachdem ich die Röhrenfassungen in die Hauptplatine direkt eingelötet habe, funktionierte alles auf Anhieb in zufriedenstellender Lautstärke. Offenbar war also der Kabelbaum fehlerhaft oder hat einen Schwingkreis gebildet. Platzmangel hatte ich aber nach wie vor, also habe ich ein wenig hin und her probiert. Jetzt ist die Hauptplatine ganz unten im Gehäuse und selbiges hat passende Löcher für die Zipfelmützen bekommen. Nun kann die Abluft auch besser und gezielter hinaus, der Apparat ist nämlich aktiv mit Lüfter gekühlt, die Zuluft wird sogar gefiltert (nicht ganz unwichtig im Raucherhaushalt).

      Also alles gut und wenn ich letzten kosmetischen Dinge gelöst habe, geht das Dingen in den regulären Betrieb, um damit Erfahrungen zu sammeln. Den alten Verstärker (Vorstufe Röhre, Endstufe Transistor) behalte ich also noch etwas, falls mein Konstrukt doch nicht hält, was ich mir davon verspreche.
      Achim
    • ... nun ja ... Diese Modifikation hättest du ggf. gleich hier mitteilen sollen, dann wären wir vermutlich sofort drauf gekommen...
      Röhrensockel einfach absetzen ist oft ziemlich bäbä und erfordert einige Änderungen. Es geht natürlich, wenn man einige Dinge beachtet:
      Anoden- und Gitterleitung möglichst weit auseinander, Gitterzuleitung ggf. als Coax ausführen (Schirm nur am Massesternpunkt anschließen, nicht am Sockel), Drossel in die Anodenleitung, Gitterwiderstand an den Sockel und nicht auf der Platine lassen, ggf. Kathodenwiderstand an den Sockel und ggf. vorhandenen Kathodenkondensator vom Sockel gegen Masse, Heizleitungen verdrillen, ggf. mit Ferritperlen weit weg vom Rest...
      Auch dann kann es immer noch zu Problemen kommen, wenn wie bei dir die Röhre parallel zur Platine liegt, da das Anodenblech zur Platine und deren Leiterbahnen einen Kondensator bildet (Schirmblech hilft in dem Fall).

      ... naja, das nächste mal? ;) Wir biegen dir das schon noch bei :saint:
      --- Micha
    • Och, ich bin schon ganz zufrieden mit dem Teil, auch wenn ich ständig neue Dinge drechseln muss. Jetzt z.B. hat mir die Kanalwahlanzeige nicht mehr gefallen und ich habe alles neu konstruiert, so muss ich mal eben eine neue Frontplatte bauen, aber das beschäftigt ja auch ungemein. Leider kann ich momentan immer nur kurze Zeit fummeln, weil so viele Dinge nach Feierabend anstehen, aber auch das wird besser, Weihnachten habe ich jede Menge Zeit für so'n Mist.

      Dass ein paar cm Zuleitung gleich eine solche Auswirkung haben würden, konnte ich mir nicht vorstellen. Wir reden hier ja von ~15 cm, nicht Meter... Das wird schon. Aber bevor ich meinen bewährten Verstärker wieder auf den Markt werfe, will ich unbedingt ein halbes Jahr den eigenen welchen testen. Wenn er es nicht bringt, kann ich immer noch zurück. Andererseits, der Markt gibt selbst so viele schöne Verstärker her, vielleicht sollte ich einfach mal durchprobieren :)
      Achim
    • ... tja, Röhren besitzen im Allgemeinen die perfide Gemeinheit, recht hochohmig daher zu kommen und da sind 15cm aber so was von Antenne ;) Aber haste ja selber erhört, was bei so was raus kommt :kaputt:


      Ich bastel im Übrigen gerade an sowas hier: WeMos Hutschiene.jpg
      Das ist ein Hutschienen- WLAN Modul (WeMos Controller mit etwas Firmware, drei StepDown mit EN- Eingängen, drei LED). Das wird wenn fertig die im Hintergrund zu erkennenden 64A Schütze befeuern. Das kann ich dann z.B. aus FHEM heraus ansteuern (FHEM > LAN > WLAN > WeMos und zurück). Der WeMos hat noch ein paar mehr Ports, im Moment braucht der aber nur zwei Out zum Ansteuern der EN, so wie zwei In zur IST- Abfrage der Schütze
      --- Micha
    • Und hier noch ein Bildchen von der Preziose, oben der besagte Röhrenamp, in der Mitte ein käuflicher Tuner und unten mein aktiver Subwoofer bzw. dessen aktive Stufe mit quasi-inkrementellem Drehgeber (aus einem Senfglasdeckel), der über eine durchdachte Umlenkrollenkonstruktion das eigentliche Poti ansteuert und den Zeiger, der nicht etwa den Pegel anzeigt, sondern die Potistellung.

      Aber das Thema ist der Röhrenverstärker, die Knöppe sind alle aus Kupfer selbst gedengelt und klarlackiert. Der Rahmen für die Kanalwahlanzeige ist ebenfalls Kupfer, aber nicht lackiert, da der Lack alle war. Der wird also anlaufen, aber ein Spülmaschinengang und er glänzt wieder wie neu. Die Leuchtpunkte um den Lautstärkeknopf sind LWL, die das Licht der LED dahinter nach vorne bringen; im Knopf selbst ist ebenfalls eine LED, mittels Schleifkontakt angeschlossen.

      Wie meine liebe Frau heute schon sagte, ich kann auch schön, wenn ich will. Nun, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, mir gefällt Schwarz mit Kupfer recht gut. Ein bisschen Blingbling mit den LEDs musste sein, ich stehe total auf sowas. Die türkisen Lichtpunkte auf der Skala des Subamps sind übrigens Sidelit, die LEDs sitzen ganz unten am Hintergrundpanel, die Punkte sind ins Acryl gebohrt und der Zeiger ist ebenfalls ein LWL, ein wenig angefräst und durch eine weiße LED in der Achse beleuchtet.

      Ein Problem ist neu seit heute: ich habe Netzbrumm vom Subamp, das war vorher nicht und ist mir völlig unerklärlich.
      Achim
      amp.jpg
    • ... ach so... "Dengeln" hörte sich so nach "aus dem vollen Blech getrieben" an :)

      Dem Brummen kommst du nur systematisch auf die Spur. Also erst mal alles ab außer LS, dann nach und nach anstecken, bis es brummt. Oder brummt der auch ohne Zuspieler? Dann Stufe für Stufe mit dem Scope nachschauen. Irgendwann ist der Brumm zu sehen und davor steckt dann der Hase im Pfeffer ... Du als alter Fernmelder solltest das doch drauf haben ;)
      --- Micha
    • Ja, ich weiß, ich gehe da ja auch noch bei. Nur nach Feierabend ist immer so wenig Zeit. Morgen habe ich sturmfrei, da kann ich mal richtig Entstören. Es hat ja auch noch andere Baustellen, beispielsweise das Wärmemanagement. Geschlossenes Gehäuse mit Zwangsbeatmung durch KreissägePC-Lüfter ist suboptimal hinsichtlich des Störgeräuschpegels. Und der Phono-Pre ist auch noch nicht fertig.

      Es brummt übrigens erst, wenn ich den Eingang vom Subamp beschalte. Eingang offen -> Stille im Karton, selbst bei Vollpegel. Schleifen zur Erde schließe ich aus, weil der Subamp per Schaltnetzteil versorgt wird und also quasi erdlos ist. Na mal sehen, das finden wir schon.
      Achim
    • ... das denke ich auch ...
      Schließe mal die Eingänge vom AMP kurz. Wenn's dann auch brummt, hast du schon im AMP irgendwo eine Masseschleife. Oder vielleicht dein Verbindungskabel ne Macke? Soll ja vorkommen ... Auch mal die Massen von PRE und AMP zusätzlich über eine dicke Leitung verbunden? Das wären so die initialen Versuche, die ich machen würde...

      BTW: Ich suche dringend einen Wobbelsender bis 100MHz. Auf deiner Dienststelle fliegt so was nicht zufällig noch ungenutzt rum?
      --- Micha
    • Ich weiß nichtmal, was sowas ist, aber ich kann mit einiger Sicherheit sagen, dass ich an kaum noch etwas aus Postzeiten herankomme. Ich war lange nicht mehr in den Technikräumen, aber inzwischen wird dort eher weniger als mehr zu finden sein. Sorry.

      Den Brumm habe ich ein wenig dezenter bekommen, aber er ist leider noch immer da. Das Problem mit der Masse ist: es gibt keine richtige solche. Beim Tube habe ich heute die Platinenmasse auf den Schutzleiter gelegt, das hat für eine gewisse Beruhigung gesorgt, aber der Sub hat ein Schaltnetzteil, ob ich da Minus mit der Erde verbinden sollte? Erscheint mir irgendwie komisch.

      Den Vorvorverstärker für Phono habe ich mir heute auch vorgeknöpft, da bekomme ich ebenfalls kein ordentliches Signal heraus. Vielleicht muss ich den ersetzen, so hört es sich jedenfalls weniger als suboptimal an (Höhen fehlen). Es klingt übersteuert, also wie "zu laut" und das Verhalten kenne ich von meinen früheren Versuchen schon. Mein käuflicher Vollverstärker MA400 gibt Phono klaglos und einwandfrei wieder, das hätte ich beim eigenen Projekt auch ganz gern.

      Ach ja, beim MA400 wird auch das Bass-Signal durch den Subamp viel mehr verstärkt, als bei der Röhre; ich muss jetzt voll aufdrehen und habe noch nicht so viel "subwoof", wie beim MA400. Das liegt sicherlich am Unterschied zwischen Solid State und AÜ, aber es fällt auf und stört auch ein bisschen, im Normalbetrieb bereits am Anschlag zu sein ist irgendwie unbefriedigend.
      Achim
    • ... an den Schutzleiter ist doof. Wenn überhaupt, dann bitte über 470r parallel 10n/650V
      Ansonsten gilt natürlich, möglichst einen gemeinsamen Sternpunkt als Masse zu deklarieren, an den alle Masseverbindungen zusammenlaufen, bevorzugt natürlich einen Punkt, der auch nach außen führt, um an den Sternpunkt z.B. den MC oder MM VV anschließen zu können, oder eben auch den Massepunkt des VV

      Die ganze Sache hört sich nämlich genau nach sowas an ;)

      de.wikipedia.org/wiki/Wobbelgenerator
      --- Micha
    • OK, ich gebe vorerst auf bei diesem Projekt. Zwei Tage Fehlersuche und teilweise -behebung haben nicht ausgereicht, um die Schwachstellen meiner Konstruktion zu kaschieren. Das Ding tut einfach nicht problemlos, was es soll.

      Ich werde nun den alten Verstärker reaktivieren und mich ob meiner Arroganz ärgern, einen Röhrenverstärker mal eben so nebenbei selbst frickeln zu können. Ich habe ein massives Wärmeproblem und das ist nicht durch einen lärmenden Lüfter zu lösen. Das Brummen ist zwar auch ärgerlich, aber insgesamt noch ein geringes Problem.

      Vielleicht sollte ich die besinnlichen Feiertage und die für mich freien Tage danach verstärkt nutzen, um das Design meines Konstrukts zu überdenken. Todo-Liste: Röhren inklusive Elektronik komplett auslagern und passiv kühlen, Lüfter aus dem Gehäuse verbannen, kleinere Schönheitsreparaturen. Ich berichte weiter.
      Achim (leicht desillusioniert)
    • ... nun ja ... Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Sieh' es positiv in der Art, das du reichlich Erfahrungen gesammelt hast und die nächste Aktion deutlich besser laufen wird ...

      BTW: In dem Zusammenhang habe ich noch einen netten 2.1 Röhrenamp für dich für den nächsten Versuch:
      Dateien
      --- Micha
    • ... nö, habe ich nicht, aber da ist nix besonderes dran: 6V3 für Heizung, etwa 220V~ für Anoden (*1,414) und daraus abgeleitet per Widerstand oder Regler oder extra Wicklung mit ~160V die Anoden für die Vorstufe.
      Stark ist die Stufe aber nicht. Das sind so etwa 4+4+8 Watt, also nix für Partys. Dafür braucht es dann schon deutlich mehr Aufwand, der bei Röhrenschaltungen leider eine quadratische Funktion zum Bauteilpreis darstellt. Gerade die Ausgangsübertrager werden dann richtig teuer...

      afri schrieb:

      Achim (immer mehr den Eindruck bekommend, hier ein Einzelkämpfer neben dem Boardbetreiber zu sein)
      ... den Eindruck habe ich schon länger. Daher hatte ich die Domänen auch schon vor Wochen zum Ablauf gekündigt ... Die restlichen User, wenn man jene überhaupt so im Sinne des Wortes nennen kann, zeigen keinerlei Interesse und waren schon ewig nicht mehr da; heiße Luft halt ...
      --- Micha
    • M*I*B schrieb:


      Gerade die Ausgangsübertrager werden dann richtig teuer...
      Ja, daher war mein Bausatz auch vermutlich nicht so günstig. Die Röhren sind ebenfalls zwei-in-eins, PCL806 heißen die glaube ich, die Übertrager sind Ringkerne. Dann waren noch drei weitere Ringkerne allein für die Betriebspannungen dabei, also relativ viel Eisen im System, muss ja nicht schlecht sein.


      MIB schrieb:

      heiße Luft halt ...
      Naja, ist schon special interest hier, vermutlich treiben sich die meisten Interessenten bei lange etablierten Boards herum oder hühnern gar im Usenet, wer weiß.

      Achim